Soziale Sicherheit des grenzüberschreitenden Arbeitnehmers

Bei Grenzarbeit gehen wir im Prinzip von einem Arbeitnehmer aus, der in einem Land wohnt und in einem anderen Land arbeitet und dabei mindestens ein Mal pro Woche in sein Wohnland zurückkehrt.

Hierbei gibt es verschiedene Ausnahmen. Zum Beispiel ein Arbeitnehmer, der seine Tätigkeiten außer im Arbeitsland auch substantiell im Wohnland ausübt, internationaler Transport (mit Ausnahme von Seeleuten), Kombinationen aus Selbstständigen und Lohnempfängern oder Entsendung eines Arbeitnehmers.

Auch für Saisonarbeit gelten abhängig vom Arbeitsland spezielle Vorschriften.

Im Fall solcher Ausnahmesituationen empfehlen wir Ihnen bezüglich abweichender Gesetze und Vorschriften, Kontakt mit dem Eures-Berater in Ihrer Nähe oder dem Vermittlungsdienst aufzunehmen.

Falls Sie vorhaben, einen grenzüberschreitenden Arbeitnehmer einzustellen, ist es von Nutzen, über bestimmte allgemeine Dinge informiert zu sein, um Ihren Arbeitnehmer möglichst gut mit Informationen versorgen zu können.

Der Arbeitgeber bezahlt für seinen Arbeitnehmer die Sozialversicherungsbeiträge. Der Arbeitnehmer muss sich jedoch bei einer Krankenkasse anmelden / oder für die Niederlande eine Krankenversicherung nach Wahl abschließen. Kindergeld wird vom Beschäftigungsland gezahlt und eventuell vom Wohnland ergänzt. (oder umgekehrt) Bitte fragen Sie hierzu die Euresberater.

Bei Entlassung Ihres Arbeitnehmers müssen Sie das im Niederlassungsland des Arbeitgebers geltende Kündigungsverfahren respektieren (Entlassungspapiere oder Dokument über das Vertragsende). Der ehemalige Arbeitnehmer kann von der zuständigen Behörde im Niederlassungsland des Arbeitgebers das Formular PD U1 (vorherE301) erstellen lassen und im Wohnland Arbeitslosengeld beantragen.

Bei teilweiser und/oder vorübergehender Arbeitslosigkeit kann der Arbeitnehmer Arbeitslosengeld im Niederlassungsland des Arbeitgebers (Beschäftigungsland) in Anspruch nehmen.

Der Beschäftigungszeitraum des Grenzarbeiters im Ausland wird bei der Rentenberechnung mitberücksichtigt. Bei einer mehr oder weniger „klassischen" Karriere wird der ehemalige Grenzarbeiter tatsächlich eines Tages eine Rentenzahlung des Landes (oder der Länder) des EWR erhalten, in dem/denen er mindestens ein Jahr gearbeitet hat. Zeiträume von unter einem Jahr werden addiert und zu den Zeiträumen des Beschäftigungslandes dazugezählt, in dem der Arbeitnehmer vor seinem Rentenantrag zuletzt gearbeitet hat.

In der Rubrik„

können Sie sich auch in unseren Informationsbroschüren informieren.


 

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